So läuft der Tag ab

· Lesezeit etwa 4 Minuten

Vorab: Woher der Ablauf stammt

Die Bundeswehr beschreibt die Stationen auf ihrer Seite zur Musterung. Dazu kommen ein Erfahrungsbericht und ein Interview, beides ebenfalls von bundeswehr.de. Eine verbindliche Tagesplanung mit Uhrzeiten gibt es nicht. Die Reihenfolge kann sich je nach Standort unterscheiden, und was in deiner Ladung steht, gilt.

Wie lange die einzelnen Stationen dauern, veröffentlicht die Bundeswehr nicht; wir nennen deshalb keine Minutenangaben. Rechne insgesamt mit einem Tag. Bei langer Anreise stellt die Bundeswehr eine Unterkunft.

Bis die 24 Musterungszentren stehen, finden Musterungen in den Karrierecentern statt. Das erste Zentrum soll nach Angaben der Bundeswehr voraussichtlich noch 2026 die Arbeit aufnehmen, die gesamte Musterungsorganisation bis zum 1. Juli 2027 stehen (bundeswehr.de, Stand 07.05.2026). Welcher Standort zuerst öffnet, war bis zum 23.09.2026 nicht veröffentlicht.

Station 1: Ankommen und Anmeldung

Du zeigst deinen Personalausweis oder Reisepass und die Ladung. Unterlagen, die du mitbringen solltest, gibst du hier ab oder hältst sie bereit. Dann erklärt dir jemand, wie der Tag abläuft. Mit Wartezeiten zwischen den Stationen solltest du rechnen.

Die Checkliste in der App zeigt dir, was du einpacken solltest.

Station 2: Gesundheitsfragebogen und Gespräch zur Vorgeschichte

Vor der Untersuchung füllst du einen Fragebogen zu deiner Gesundheit aus. Er hat nichts mit dem Fragebogen aus dem Brief zu tun. Danach spricht eine Ärztin oder ein Arzt mit dir darüber: frühere Krankheiten, Operationen, Medikamente, Allergien, wie es dir psychisch geht. Man nennt das Anamnese.

Sei hier offen. Angaben müssen wahr und vollständig sein; falsche Angaben können ein Bußgeld nach sich ziehen. Arztbriefe und Befunde, die du mitgebracht hast, helfen an dieser Stelle am meisten.

Station 3: Ärztliche Untersuchung

Untersucht werden Sehen und Hören, Blutdruck und Puls in Ruhe und nach Belastung, Größe und Gewicht, Herz, Lunge und Bauch, Rücken und Gelenke sowie die Haut. Dazu kommen eine Urinprobe und eine Untersuchung im Intimbereich.

Was genau passiert, warum, und was du ablehnen kannst, erklärt der Artikel „Die ärztliche Untersuchung, ehrlich erklärt“. Das Ergebnis der Untersuchung wird direkt danach bewertet.

Station 4: Computertest (CAT)

Du sitzt in einem ruhigen Raum an einem Computer. Die Aufgaben prüfen logisches Denken, Reaktion, räumliches Vorstellen, Mustererkennung und Rechnen unter Zeitdruck. Dazu kommt eine Selbsteinschätzung. Der Umfang hängt nach dem Erfahrungsbericht der Bundeswehr davon ab, ob und wie lange du dienen möchtest. Eine Dauer nennt die Bundeswehr nicht.

Der Artikel „Der CAT-Test: was drankommt“ erklärt die Aufgabenarten. Im CAT-Trainer (Tab „Üben“) kannst du sie üben.

Station 5: Gespräch

Nach dem Test sprichst du mit der Testleitung oder mit psychologischem Personal. Es geht um offene Fragen zum Test und um deine Interessen. Wer Interesse an einem Dienst hat, bekommt außerdem ein Beratungs- und Einplanungsgespräch. Wer sich für zwei Jahre oder länger interessiert, spricht zusätzlich mit einer Assessmentkommission.

Wenn du kein Interesse hast, sagst du das. Das ist eine vollständige Antwort. Mehr dazu im Artikel „Das Gespräch“.

Station 6: Ergebnis und Einplanung

Am Ende des Tages bekommst du ein Abschlussgespräch und dein Ergebnis, sofern keine Unterlagen nachgereicht werden müssen. Eine Abschrift der Untersuchungsergebnisse wird dir ausgehändigt (§ 17 Abs. 5 WPflG). Der eigentliche Musterungsbescheid kommt schriftlich per Post.

Wer Interesse hat, kann direkt eine Einplanung mit Zusage bekommen. Wer kein Interesse hat, geht mit dem Ergebnis nach Hause. Was der Bescheid bedeutet und was danach kommt, steht in „Was wäre wenn“ und „Tauglichkeit: Was die Begriffe bedeuten“.

Kein Sporttest bei der Musterung

Der Sporttest ist kein Teil der Musterung. Er kommt nur für Bewerberinnen und Bewerber der Offizierlaufbahn dazu, und zwar in Köln im Assessmentcenter für Führungskräfte. Sportsachen brauchst du also nur, wenn deine Ladung einen Sporttest ausdrücklich nennt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der ganze Tag?

Die Bundeswehr sagt „meist innerhalb eines Tages“. Bei Interesse an einer längeren Verpflichtung kann das Assessment nach dem Erfahrungsbericht ein bis zwei Tage dauern, mit gestellter Unterkunft.

Was ist, wenn ich krank bin?

Melde dich vor dem Termin beim Karrierecenter, das dich geladen hat. Die Kontaktdaten stehen in der Ladung. Wer ohne Entschuldigung nicht erscheint, riskiert eine Entscheidung nach Aktenlage (§ 17 Abs. 10 WPflG) und eine polizeiliche Vorführung, die das Karrierecenter anordnen kann (§ 44 Abs. 2 WPflG). Ob und wie ein Termin verlegt wird, entscheidet das Karrierecenter; eine gesetzliche Regel dazu gibt es nicht.

Bekomme ich Fahrtkosten ersetzt?

Ja. Das Verfahren ist kostenfrei, notwendige Auslagen und Verdienstausfall werden erstattet (§ 19 Abs. 5 WPflG). Bewahre Fahrkarten und Belege auf. Wie die Erstattung genau beantragt wird, regelt eine Rechtsverordnung; frag am Tag selbst danach.

Kann ich eine Pause machen oder etwas essen?

Dazu gibt es keine veröffentlichte Regel. Nimm Wasser und etwas zu essen mit; zwischen den Stationen wartest du oft.

Quellen

Allgemeine Information, keine Rechts- und keine ärztliche Beratung. Unabhängige Lern-App. Keine offizielle App der Bundeswehr oder einer Behörde.